Tradition trifft Moderne

Seit nahezu 150 Jahren wird das Areal des Industrieparks kontinuierlich als Produktionsstandort genutzt und weiterentwickelt.

Die Ursprünge des Industrieparks reichen zurück ins Jahr 1870. In diesem Jahr errichteten August Samuel Leonhardt und Leo Gans mit 15 Mitarbeitern auf dem Gelände vor den Toren Frankfurts eine Fabrikationsstätte für Chemikalien und Farbstoffe. Dank innovativer Produkte und zahlreicher Patente expandierte das Unternehmen rasch. Um 1900 war die Farbenfabrik „Leopold Cassella & Co“ der weltweit größte Hersteller von synthetischen Azo-Farbstoffen, die Naturprodukte wie Indigio ersetzten. Aus dieser Zeit stammen auch zahlreiche der Bauwerke auf dem Gelände, die noch heute zwischen den modernen Produktionsanlagen stehen, wie das Verwaltungsgebäude bzw. das historische Heizkraftwerk.

1904 führten Leo Gans und seine Neffen, die Brüder Weinberg, die Farbwerke Leopold Cassella & Co. in den damals sogenannten Zweibund mit den Farbwerken Hoechst. Gleichzeitig schlossen sich BASF, Bayer und Agfa zum Dreibund zusammen. Ein Jahr später erweiterten Cassella und Hoechst Ihren Zweibund mit der Chemischen Fabrik Kalle zum Dreiverband.

1916 schlossen sich Dreibund und Dreiverband zusammen, die dann 1925 zur IG Farbenindustrie AG fusionierten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellten die Alliierten die I.G. Farben unter Zwangsverwaltung und gliederten 1951 eine Reihe von Nachfolgeunternehmen aus, darunter auch die Cassella Farbwerke Mainkur AG. Die frühere Verbindung mit den Farbwerken Hoechst wurde zunächst nicht wieder aufgenommen, stattdessen erwarben die drei großen IG-Farben-Nachfolger BASF, Bayer AG und Hoechst jeweils 25,1 Prozent der Anteile an Cassella. Erst im Jubiläumsjahr 1970 kam es zu einer sogenannten Flurbereinigung. BASF und Bayer verkauften ihre Anteile an Hoechst, das damit seine Position als Hersteller von Farbstoffen und Pharmazeutika stärkte. Zur Cassella gehörten inzwischen auch die Tochterunternehmen Cassella-Riedel Pharma und die Riedel-de Haën AG in Seelze bei Hannover, ein Hersteller von Spezial- und Laborchemikalien.

1981 errichtete die Cassella AG gemeinsam mit der Hoechst AG eine Kläranlage zur Reinigung der Abwässer der Cassella AG und des Werkes Offenbach der Hoechst AG. Für die Abwasserleitung aus Offenbach wurde der Arthur-von-Weinberg-Steg als Mainüberquerung gebaut.

1995 wurde die Cassella AG mit der Hoechst AG verschmolzen. Kurz darauf wurde die Pharmaforschung am Standort Cassella geschlossen, im selben Jahr wurde auch die Kosmetiksparte verkauft, die unter dem Namen Jade firmierte.1997 verkaufte Hoechst seinen Geschäftsbereich Spezialchemie an die schweizerische Clariant AG. Der Cassella-Standort in Fechenheim wurde zum Werk Cassella der deutschen Clariant-Landesgesellschaft.

2001 verkaufte Clariant das Werk Cassella an eine Gruppe ehemaliger Hoechst-Manager, die den Betrieb unter dem Namen AllessaChemie GmbH weiterführen.

2012 sicherte sich die AllessaChemie die Markenrechte an Cassella und benutzte das traditionelle Markenlogo wieder als Leuchtreklame auf dem Dach des historischen Verwaltungsgebäudes.

Seit 1. Oktober 2012 firmiert die vormalige AllessaChemie GmbH als Allessa GmbH. Sie gehört seit 2013 zur WeylChem Unternehmensgruppe.

Von einem Industriegelände mit Forschung, Entwicklung und Produktion unter dem Dach eines einzigen Konzerns hat sich der Industriepark zu einem modernen Standort entwickelt, der Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen Raum für neue Ideen ermöglicht. Mittlerweile profitieren 25 chemie- und pharmanahe Unternehmen von den professionellen Standortservices und einer gut ausgebauten Infrastruktur.